Die Vorgeschichte

Am 8.Oktober 2011 traf sich ein illusteres Völkchen aus Baden-Württemberg, Hessen, NRW, Niedersachsen, Hamburg, Berlin und Thüringen, um den Goldenen Oktober zu finden. Geleitet wurde die Expedition vom erfahrenen Holländischen Kapitän Mark, der nicht minder erfahrenen Holländisch-Sächsischen Bootsfrau Katrin und von der Rostock-Berliner Proviantmeisterin Anja.

Laut Meldungen der deutschen Baltikum-Flotte gab es erste Sonar-Kontakte zu Goldener Oktober in der Eckernförder Bucht. Grund genug, dort die Spur aufzunehmen.

Gorch Fock im Visier

Goldener Oktober hat uns beim Einfahren in die Eckernförder Bucht frühzeitig entdeckt und ist abgetaucht. Zum Glück hatten wir Präzisionsinstrumente wie Thermometer und Barometer an Bord, so konnten wir erkennen, dass er in Richtung Kiel zu entkommen versuchte. Also ging es wieder zurück zur Förde.

Und dort lag sie, bedrohlich und in voller, imposanten Größe. Die Rede ist von der Gorch Fock, Kap Horn Bezwinger und Guttenbergstolperstein. Natürlich machten wir einen großen Bogen um das Schiff, schließlich wollten wir nicht in ihren politischen Strudel gezogen werden.

Die Schleuser

Dienstag 11. Oktober 2011. Wir bekommen den entscheidenden Tipp. Von einem Schleuser. Er hat beobachtet wie sich Goldener Oktober in den Nord-Ostsee-Kanal hat einschleusen lassen. Also nichts wie hinterher.

Erst gegen Mittag können wir die Schleuse passieren. Und da wir auf die zivilen Schiffe Rücksicht nehmen müssen, kommen wir lange nicht so schnell voran wie erhofft. Dennoch finden sich immer wieder Spuren von Goldener Oktober. Wir bleiben ihm also auf den Fersen.

In Rendsburg verliert sich die Spur. Ist Goldener Oktober etwa unter uns durchgetaucht? Ratlosigkeit bei Crew und Mannschaft.

Auf großer Fahrt

Am nächsten Morgen, im Licht der aufgehenden Sonne, sahen wir einen goldenen Schimmer am Horizont, der kann nur von Goldener Oktober stammen. Im leichten Nieselregen, des dämmernden Vorabends müssen wir diesen Schimmer wohl übersehen haben.

Wir hatten also einen neue Spur und diese Spur wurde immer größer und deutlicher je nähr wir dem Kanalende in Elmshorn kamen. Kaum aus dem Kanal ausgeschleust, mitten auf der Elbe, sahen wir gerade noch das eintauchende Periskop von Goldener Oktober. Wieder sahen wir nur hinterher. Ein wunderschöner Regenbogen markierte die Stelle, wo Goldener Oktober in der Elbe verschwand.

Wo ist die Anna?

Durch die Abhängigkeit von den Gezeiten, mussten wir zum auslaufen den Nachmittäglichen Höchstwasserstand abwarten. Gegen 1400 ging es raus auf die Außenelbe und dann rein in die Nordsee. Wir waren jetzt dicht auf den Fersen von Goldener Oktober und fuhren weiter, bis am Horizont Helgoland auftauchte. Allerdings war die Lange Anna nicht zu sehen. Wir konnten auch nicht näher an Helgoland heran fahren, weil wir jeder Zeit damit rechnen mussten, dass Goldener Oktober Nebelkörper ausstieß, sodass wir uns von jetzt auf gleich im dicksten Nebel wieder gefunden hätten.

In der Nacht passierten wir die alte und die neue Weser um in die Jade einzufahren. Nachts gegen zwei machten wir dann in Wilhelmshaven fest.

spätes Erwachen

Am nächsten Morgen, reiben wir uns den Schlaf von der langen Nacht aus den Augen und können ihn endlich sehen, den Goldenen Oktober. Eine Woche lang haben wir ihn gejagt und versucht ihn zu fassen zu bekommen, dabei haben wir total vergessen, dass man den Goldenen Oktober nicht fassen kann, man kann ihn nur genießen. Ein wahrlich spätes Erwachen.

Vielen Dank an alle Mitsegler, es war ein wunderbarer, spaßiger und lehrreicher Törn.

P.S. Den Begriff „Jagd auf Goldener Oktober“ hat übrigens der Erich geprägt.

Weiter unten seht ihr noch viele, viele sehr schöne Bilder und Kommentare von unseren Mitseglerinnen Sonja und Birgitta.